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Versicherungen & Vorsorge - Beruhigt in die Zukunft sehen

Richtig vorsorgen

In unserer Ratgeber-Kolumne greifen wir Themen rund um die richtige Vorsorge auf: Experten geben wichtige Tipps und Infos.

Niemand denkt gerne über Krankheit und Tod nach, erst recht nicht, wenn es um die eigene Person geht. Doch wenn das Schicksal zuschlägt, ist es zum Handeln meist zu spät.

Im Interview verrät der Rechtsanwalt Bernhard Etzkorn, wie man richtig Vorsorge trifft, um auch im Notfall über das eigene Leben mitbestimmen zu können. 

Lieber Herr Etzkorn, ein Urteil des Bundesgerichtshofes zu Patientenverfügungen sorgt für Aufsehen. Was sind die Hintergründe?

Der Bundesgerichtshof hat in diesem Jahr erstmals zur Wirksamkeit einer Patientenverfügung geurteilt. Hintergrund war ein Streit unter drei Schwestern über das Schicksal der Mutter. Diese hatte einen Hirnschlag erlitten und musste über eine Magensonde ernährt werden. Das Gehirn war bereits dauerhaft geschädigt. Zwei Schwestern wollten, dass die Magensonde entfernt wird, damit die Mutter sterben kann. Die dritte war dagegen. Sie war die offiziell Bevollmächtigte der Mutter. Die Richter gaben ihr Recht. Zwar hatte sich die Mutter in ihrer Patientenverfügung gegen lebenserhaltende Maßnahmen entschieden, aber die Angaben waren den Richtern nicht konkret genug.

 

In den Medien wurde das Urteil heiß diskutiert. Sind denn jetzt alle Verfügungen wertlos?

Nein, keineswegs. Bereits getroffene Verfügungen sind immer noch wirksam und gültig, auch wenn viele Medienberichte und Ratgeberseiten es anders darstellen. Die Bundesrichter haben allerdings die Anforderungen an Patientenverfügungen präzisiert und verlangen sehr konkrete Willensbekundungen. Nur kann man schwer voraussehen, was einem im Einzelnen widerfahren kann und wie die medizinischen Gegebenheiten dann sind.

 

Was können Patientenverfügungen Ihrer Meinung nach leisten, und wo sind die Grenzen?

Patientenverfügungen können ungemein wertvoll sein, sowohl für den Betroffenen selbst als auch für die Angehörigen. Sie können unnötiges Leid und Schmerz deutlich verringern. Doch Dritte müssen zweifelsfrei verstehen können, was gemeint ist – das ist die Schwierigkeit. Der Satz „Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen“ ist nicht konkret genug. Man muss schon sagen, in welchen Situationen man keine lebensverlängernden Maßnahmen wünscht. Zum Beispiel für den Fall, dass man nicht mehr selbst atmen kann. Oder ab dem Moment, in dem man künstlich ernährt wird und keine Aussicht auf Besserung mehr besteht. Doch auch wenn man alles richtig macht: Das Leben und auch das Sterben ist im Letzten nicht planbar.

 

Ohnehin ist die Patientenverfügung nur ein Baustein einer guten Vorsorge …

Es empfiehlt sich, zugleich eine Vorsorgevollmacht zu erstellen. Der von mir Bevollmächtigte kann zum Beispiel meine Bank- und sonstigen Rechtsgeschäfte erledigen. Das hilft in der Regel, eine gesetzliche Betreuung zu vermeiden. Diese Vollmacht sollten Sie nur einer absoluten Vertrauensperson geben. Zu einer guten Vorsorge gehört aber auch ein Testament oder zumindest das Wissen, wer meinen Nachlass erben wird. Ganz allgemein sollte ich mir Gedanken machen, wie ich meinen letzten Lebensabschnitt leben möchte. Mit einer eigenen autonomen Entscheidung werde ich allemal glücklicher sein, als wenn andere über mich bestimmen, weil ich keinen Einfluss mehr nehmen kann.

 

Betrifft das Thema Vorsorge nur ältere Menschen?

Nein, das betrifft jeden von uns. Auch ein Jugendlicher kann durch Unfall oder Krankheit plötzlich und unerwartet in eine Situation kommen, in der er sich nicht mehr artikulieren und damit nicht mehr für sich selbst entscheiden kann.

 

Muss man für die Erstellung einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung zum Rechtsanwalt oder Notar?

Nein, zwingend ist das nicht. Notfalls reicht ein Vierzeiler auf Schmierpapier. Aber in der Praxis sollte ein so wichtiges Schriftstück ordentlich erstellt und durchdacht werden. Für ein individuelles Schriftstück empfiehlt sich eine Beratung vom Fachmann, der mit juristischen Texten Übung hat. Es gibt aber auch einige hilfreiche Ratgeber und Mustertexte aus vertrauenswürdigen Quellen, wie zum Beispiel die Christliche Patientenverfügung.

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Unser Experte

 

Rechtsanwalt Berhard Etzkorn, LL.M. ist Fachanwalt für Erbrecht und Partner der Kanzlei Loth & Kollegen (www.ra-loth.de).

Der 45-Jährige ist seit vielen Jahren Kunde der Steyler Ethik Bank.

 

Christliche Patientenvorsorge

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