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Ethik-Anlagerat der Steyler Bank - v.l.n.r.: Stefan Scholz, Dr. Klaus Gabriel, Jutta Hinrichs, Norbert Wolf, Ralf Kern, Sr. Carmen Elissa Bandeo, Sr. Magdalena Eichiger, Pater Dr. Paulus Budi Kleden

Sich Einmischen aus Überzeugung

Aktives Aktionärstun ist eine Aufgabe des Ethik-Anlagerates

Zum Konzept der Steyler Fair und Nachhaltig-Fonds gehört ein aktives Ethik-Management. Ein Ethik-Anlagerat aus acht Experten ist dafür zuständig, dass nur Titel von Unternehmen und Staaten ausgesucht werden, die sich durch ihre kulturelle, ökologische oder soziale Nachhaltigkeit auszeichnen. 

Im Ethik-Anlagerat des Fonds sind Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche vertreten. Sie sind für die Auswahl der Anlagemöglichkeiten des Fonds verantwortlich. Zudem suchen die Experten aktiv den Kontakt zu Unternehmen, die sich zwar für Nachhaltigkeit engagieren, aber dennoch Defizite in ihrem Handeln aufweisen. Diese Form der Einmischung, auch Engagement-Prozess genannt, soll die angesprochenen Unternehmen zu einem noch nachhaltigeren Handeln bewegen.

Unterstützt wird der Ethik-­Anlagerat durch ein Netzwerk von rund 100 Ethik-Scouts aus vielen Ländern rund um den Globus. Dabei handelt es sich um Missionare und Missionarinnen der katholischen Ordensgemeinschaft der Steyler, die Informationen darüber weitergeben, ob die Unternehmen auch vor Ort ihrer Verantwortung für Umwelt und Menschen gerecht werden. 


Aktuell laufen drei Engagement-Prozesse mit großen Unternehmen aus Deutschland, die in ihrer jeweiligen Branche zu den Marktführern gehören. Mit jedem der Unternehmen wurde Vertraulichkeit vereinbart, doch soviel lässt sich sagen: Die Engagement-Prozesse werden auch von großen Unternehmen ernst genommen. Innerhalb kürzester Zeit lagen Stellungnahmen der jeweiligen Konzernbereichsleiter vor. Dies zeigt, dass die Steyler Ethik Bank als ethischer Investor wahrgenommen wird, dessen Einschätzung auch andere Marktteilnehmer beeinflussen kann.


Konsequenzen ziehen

Über einen Engagement-Fall kann berichtet werden, ohne vertrauliche Informationen weiterzugeben. Es handelt sich um die Allianz SE, den weltweit tätigen Versicherungskonzern mit Hauptsitz in München. Nachdem bekannt wurde, dass die Allianz als Versicherer in ein höchst umstrittenes Großprojekt in Brasilien involviert ist, beschloss die Steyler Ethik Bank zu handeln: Sie schloss die Allianz explizit aus ihrem Anlage­universum aus, zugleich verkaufte der Fonds die Titel dieses Unternehmens. Außerdem vertreibt die Steyler Ethik Bank seitdem keine Allianz- Versicherungs-produkte mehr. Bei dem kritisierten Großprojekt handelt es sich um das Belo-Monte-
Wasserkraftwerk in Brasilien, für das zwei Stauseen angelegt werden, die zusammen etwa so groß wie der Bodensee sind. 


Informationen aus 1. Hand

Für die Engagement-Prozesse erweisen sich die Informationen der Steyler Ethik-Scouts als große Hilfe, da sie starke Argumente im Dialog mit den Unternehmen liefern. Besonders wertvoll im Austausch mit der Allianz war der Bericht eines in Brasilien tätigen Missionars, der Informationen aus erster Hand lieferte. Seine Schilderungen, welche dramatischen sozialen und ökologischen Folgen der Staudamm seit Beginn der Bauphase hervorruft, nutzte die Steyler Ethik Bank, um den Versicherungsriesen wachzurütteln (siehe Kasten rechts). Sie ist sich dabei durchaus bewusst, dass ein internationaler Versicherungskonzern nicht von heute auf morgen aus geschlossenen Verträgen aussteigen kann. Umso wichtiger ist es, dass die Bank den Austausch mit der Allianz fortsetzt. Das Unternehmen soll motiviert werden, künftig die sozialen und ökologischen Folgen seiner Versicherungsprojekte von vornherein stärker zu berücksichtigen und in kritischen Fällen auf einen Abschluss zu verzichten. 

 

Auch wenn diese Form der Einmischung manchmal wie der Kampf von David gegen Goliath erscheint, wird die Steyler Ethik Bank auch in Zukunft ein aktives Aktionärstum pflegen. Dabei geht es aber natürlich nicht darum, die Riesen zu Fall zu bringen. Es ist schon viel erreicht, wenn die Unternehmen ihr Handeln überdenken und ihrer Verantwortung besser gerecht werden.  

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Ausschluss-Kriterien
Die Steyler Ethik Bank setzt auf einen doppelten Ethik-Filter:

Anhand von Positivkriterien werden zunächst aus jeder Branche die nachhaltigsten Unternehmen herausgesucht.

Anschließend werden die klassenbesten Unternehmen daraufhin überprüft, ob sie gegen definierte Ausschluss-kriterien verstoßen.

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