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50 Jahre Steyler Bank

Steyler Bank feiert Jubiläum

27. November 2013

1964 war die Zeit in Deutschland reif für eine besondere Bank. Eine Bank, die nach christlichen Grundsätzen handelt, nachhaltige Geldanlagen anbietet und die Gewinne solidarisch mit den Armen teilt: Die Steyler Bank. Eine neue Form des ethischen, nachhaltigen Bankings war geboren.

1964 war ein gutes Jahr. Das Wirtschaftswunder überraschte mit 7,3 % Wachstum, Ludwig Erhard regierte als Bundeskanzler, der geburtenstärkste Jahrgang stand vor der Tür und in Köln wurde der einmillionste Gastarbeiter mit einem Motorrad begrüßt. Die Mark war eine der stabilsten Währungen und Banken galten als solide Orte in einer Aufstiegsgesellschaft, die nur eine Richtung kannte: nach oben.

Und dennoch war die Zeit reif für eine Idee, eine Vision, die erst nach der großen Banken- und Finanzkrise, erst nach 2008 allen Menschen vor Augen führte, dass wirtschaftliches Handeln nicht nur Rendite und Reibach kennt, dass Menschen auch ihrem Gewissen folgen, nicht nur ihrer Gier. Der große Gandhi hat das treffend formuliert: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Die Geschichte zeigt, dass es immer Christen waren, Menschen mit Überzeugungen, welche die Bankenwelt nachhaltig verändert haben. Die ersten ethischen Anleger waren Quäker im amerikanischen Westen, die schon im 19. Jahrhundert Investitionen in Rüstungsfirmen konsequent ablehnten. Im Amerika der Prohibition waren es dann Methodisten, die jegliches Investment in Tabak, Alkohol und Glücksspiel unterbanden.

1928 wurde mit dem Pioneer Fonds der erste Ethikfonds aufgelegt. Es sollte noch 36 Jahre dauern, bis der Glaube an Nachhaltigkeit, an ethisches Wirtschaften und verantwortungsvolles Banking Deutschland erreichte. Das Jahr 1964 wurde mit der Gründung der Steyler Bank zum Geburtsjahr des ethischen, nachhaltigen Bankings.

Von der Vision zur Mission
In diesem Jahr gründete Pater Nottebaum in Sankt Augustin bei Bonn die erste ethische Bank in Deutschland, die ihr Handeln an drei christlichen Grundsätzen ausrichtete: „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ Eine Aufgabe der Bank bestand darin, die zahlreichen Hilfsprojekte der Missionare finanziell zu unterstützen.

Pater Nottebaum griff damit übrigens eine Idee des Ordensgründers Arnold Janssen auf. Der hatte das Missionshaus in Steyl mit geliehenen Geldern finanziert, den Geldgebern zahlte er Zinsen. Weil die Steyler aber in erster Linie Missionare waren und keine gelernten Banker, nahmen sie gerne die fachliche Unterstützung des Hamburger Bankhauses MM Warburg Brinkmann, Wirtz & Co. (Heute: M.M.Warburg & CO KGaA) in Anspruch.

Im Februar 1964 erhielten sie vom Bundesaufsichtsamt die Erlaubnis, Bankgeschäfte aller Art zu betreiben. Das erste Jahr bescherte der jungen Bank 1.491 Sparkonten mit einer Bilanzsumme von umgerechnet 1,2 Mio. Euro. Ein erfolgreicher Start, der Klienten und Mitarbeiter motivierte.

Nach fünf Jahren vertrauten der Steyler Bank über 5.000 Kunden ihr Geld an. Viele von ihnen verzichteten freiwillig auf ihre Zinsen und Gewinne zugunsten der Missionsarbeit. Die Steyler Bank als einzige Bank, die einem katholischen Orden gehört, kann mit Fug und Recht behaupten: Hier ist der Ort, „Wo Geld Gutes schafft.“

Auch für die Kunden der Bank ist es entscheidend, dass die Gewinne nicht in den Taschen anonymer Aktionäre versickern, sondern dem Orden die Mittel geben, seine weltweite Hilfstätigkeit angemessen ausüben zu können.

Das, was 1964 als kleines Sparinstitut „Parterre, erste Tür links“ begann, ist heute eine moderne Bank mit einem lichten Bankgebäude, mit dem kompletten Angebotsspektrum einer normalen Bank, aber: hier wird nicht gezockt, hier werden keine Spekulationen mit Lebensmitteln betrieben, hier werden keine Aktien von Rüstungsfirmen und Umweltsündern gehandelt.

Als erste Ethikbank ist die Steyler Bank nach wie vor ein David verglichen mit den bekannten Großinstituten, aber sie lebt ihre Ethik als Vorbild und sie hat anderen Banken und den Verbrauchern das Signal gegeben, dass es auch anders geht.

Wie Hannes Jaenicke es in seinem neuen Buch beschreibt: „Zwar macht man bei einer Ethikbank keine exorbitanten Gewinne, aber dafür verliert man in der Krise auch nicht mit Ramschpapieren und Junkbonds.“

Und auch das jüngste Kind aus dem Steyler Bankhaus ist etwas Besonderes: mit dem Steyler Aktien- und Rentenfonds hat die Bank einen neuen Typus nachhaltiger Fonds geschaffen.

Die Bank zeigt: Es geht auch ohne Rüstungsfabrikanten und Umweltsünder, ohne Firmen, die Tierversuche und Kinderarbeit akzeptieren und so ‘fairbessern‘ die Steyler die Welt vom Kleinen ausgehend ins Große. Die zahlreich wachsende Kundschaft schätzt diese Ethik, ganz gleich, ob aus gelebtem Christentum oder solidarischer Weltanschauung.

Pionier im ethischen Investment
In den zurückliegenden 50 Jahren hat die Steyler Bank Maßstäbe für faires Bankgeschäft gesetzt, die den Anlegern als Orientierungshilfe dienen. Und der David aus Sankt Augustin wird auch in den nächsten 50 Jahren noch manchen Schritt als Erster tun auf dem Weg in eine solidarische (Banken-)Welt.

Die Steyler Bank blickt glücklich auf 50 Jahre zurück, feiert am 6. September 2014 ihren Geburtstag und hat für die nächsten 50 Jahre noch viel vor.

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