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Taifun-Flüchtlinge verlassen Notunterkunft

Langsam zieht der Taifun "Hagupit" über die Philippinen, aber Schäden und Opferzahlen scheinen weit weniger verheerend als nach "Haiyan". In Tacloban haben viele Familien den Taifun in einer Steyler Schule heil überstanden. Ein Kind ist allerdings an Unterkühlung gestorben.

Flüchtlinge vor dem Taifun in einer Steyler Schule

09. Dezember 2014

Der Taifun "Hagupit" fegt mit abnehmenden Windgeschwindigkeiten über die philippinischen Inseln - am Montagabend zog er am Großraum Manila vorbei. Damit ist er deutlich schwächer als vorhergesagt, aber immer noch gefährlich, wie Meteorologen mitteilen. Genaue Angaben über Schäden und Verletzte liegen noch nicht vor. Es habe über 30 Tote gegeben, so die lokalen Behörden, aber es werde vermutet, dass weitaus weniger Opfer zu befürchten seien als durch den Taifun "Haiyan" vor einem Jahr.

Kind starb an Unterkühlung
Ausgezahlt haben sich vor allem die Massenevakuierungen: Mehr als 600.000 Menschen sind in Notunterkünfte geflüchtet. Als solche dienten Kirchen, Turnhallen und Schulen - so auch das Steyler "Liceo del Verbo Divino" in der Küstenstadt Tacloban. Rund 900 Familien haben in der Steyler Schule Schutz gefunden und sind von den Steyler Missionsschwestern mit Reis und Konserven versorgt worden. Auch die lokalen Mutter-Teresa-Schwestern, die sich um Waisenkinder kümmern, suchten Zuflucht in der Steyler Schule. Eines der Kinder unter ihrer Obhut hat die Evakuierung nicht überstanden: Es starb an Unterkühlung. 

Flüchtlinge verlassen die Schule
"Weil sich das Wetter langsam bessert, haben wir die Menschen gebeten, das Schulgebäude wieder zu verlassen", berichtet der Steyler Missionar Pater Dennis Testado. "Wir haben bereits mit den Aufräumarbeiten an der Schule begonnen. Leider ist das Gebäude im Taifun beschädigt worden: Die gerade erst reparierten Dächer sind erneut im Sturm davongetragen worden. Auch die Kapelle, die wir aufwändig renoviert hatten, ist wieder zerstört." Noch bis voraussichtlich Freitag seien Tacloban und Umgebung vom Stromnetz abgeschnitten, die Schule werde über einen Generator versorgt, den das benachbarte Steyler Krankenhaus zur Verfügung gestellt habe.

Flüchtlinge in der Steyler Schule

Inwiefern die Hausbauprojekte der Steyler, die nach dem Taifun "Haiyan" angelaufen waren, durch den neuen Taifun in Mitleidenschaft gezogen worden sind, werde aktuell noch geprüft, berichtet Pater Eugene Docoy, Koordinator für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung vor Ort. "Wir vermuten, dass vor allem jene Häuser Schäden davongetragen haben, die in der Nähe des Meeres errichtet worden sind," so der Steyler Missionar. Die Straßen vor Ort seien durch umgestürzte Bäume oder Wasserfluten blockiert. Deshalb werde es noch einige Zeit dauern, ehe man die Siedlungsprojekte erreichen könne.

 

"Dieser Rückschritt ist schwierig für die Menschen", meint Pater Ulrich Schlecht aus Cebu. "Nach dem verheerenden Taifun im vergangenen Jahr war der Wiederaufbau ihrer Häuser noch nicht abgeschlossen. Und schon kommt ein neuer Taifun - nicht ganz so stark wie im vergangenen Jahr, aber immer noch mächtig genug, um ganze Dächer wegzutragen oder einfache Häuser umzublasen." Die wiederkehrenden Naturkatastrophen prägten das Leben der Filipinos. "Die Menschen hier wissen immer: Die nächste Katastrophe kommt bestimmt", meint der Steyler Missionar aus Deutschland. "Und wenn sie dann kommt, dann ducken sie sich, warten auf das Ende der Katastrophe und fangen wieder an zu bauen. Das Leben muss weitergehen. Man weint etwas und betet viel, und dann lacht man wieder."  

Pater Ulrich Schlecht SVDDie Steh-Auf-Mentalität der Lokalbevölkerung motiviere ihn auch bei seiner eigenen Arbeit, so der Missionar. "Auf der Insel Bantayan hatten wir gerade mit den Vorbereitungen für Entwicklungsarbeit unter den Menschen im Dorf Talangnan begonnen. Die Insel war im vergangenen Jahr vom Taifun fast vollständig verwüstet worden. Jetzt hat der neue Taifun sie wieder getroffen. Wir müssen herausfinden, wie die Situation ist, wie groß der erneute Schaden 

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