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Staatliche Willkür im Südsudan

Wie gefährlich 100 Kilometer Autofahrt im Südsudan sein können: Pater Bernard wa Ilunga SVD berichtet von einer weiterhin sehr angespannten Lage und staatlicher Willkür im Südsudan.

Bernhard wa Ilunga, SVD
18. März 2014

Von: Markus Frädrich

Pater Bernard wa Ilunga SVD berichtet von einer weiterhin sehr angespannten Lage und staatlicher Willkür im Südsudan, wo die Steyler Missionare seit dem Frühjahr 2012 in einer Pfarrei, etwa 100 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Juba, wirken.

Eindrücklich schildert der Kongolese, wie er sich – nach einigen Besinnungstagen in Uganda – am Aschermittwoch von Juba aus wieder auf den Weg in die SVD-Pfarrei in Lainya machen wollte.

Militär behindert die Weiterfahrt
Zunächst seien er und seine Mitreisenden am Busparkplatz von Militärs an der Weiterreise gehindert worden. „Die Soldaten sagten uns, dass sie seit drei Monaten keinen Sold mehr erhalten hätten“, so Ilunga. „Deshalb nahmen sie uns die bereits bezahlten Fahrkarten ab.“ Erst nach einigen Stunden sei ein Geländewagen gekommen, der den Missionar und fünf weitere Reisende in Richtung Lainya mitnehmen konnte.

Zu Beginn sei die Fahrt ruhig verlaufen. Auf der Straße, die in Richtung der Diözese Yei führt, sei der Wagen jedoch von Militärs umstellt worden. „Sie verlangten, dass wir aussteigen, und fesselten den Fahrer und die übrigen Fahrgäste“, berichtet der Missionar. „Zu mir haben sie gesagt, dass ich zu Fuß weitergehen soll. Ich sei kein Südsudaner.“

Als der Steyler Ordensmann sich weigerte, die übrigen Passagiere alleine zurückzulassen, sei es zu einem hitzigen Wortgefecht gekommen. „Mehr als 60 Personen hatten die Soldaten bereits festgesetzt und damit begonnen, deren Mobiltelefone und Geld zu beschlagnahmen“, schreibt Bernard wa Ilunga seinen Mitbrüdern im Kongo. „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass alle freigelassen und ihnen viele ihrer Wertgegenstände zurückgegeben wurden.“

Auf der Weiterfahrt nach Lainya sei er noch viele Male angehalten und rigoros kontrolliert worden, berichtet der Steyler Missionar weiter. „An einem Kontrollpunkt bin ich mehr als eine Stunde verhört worden“, so Bernard wa Ilunga. „Die Beamten haben immer wieder die Legalität meines Visums angezweifelt. Nachdem ich sie davon überzeugen konnte, dass ich Missionar bin, ließen sie mich endlich ziehen – und baten mich, für sie zu beten.“

"Wir wollen der Bevölkerung beistehen"
Trotz aller Schikanen wolle die kleine Gemeinschaft der Steyler Missionare im Südsudan unbedingt bei den Menschen in der Diözese Yei bleiben. „Wir haben den Eindruck, dass uns die Diözese braucht“, meint Pater Bernard wa Ilunga. „Natürlich sind solche Erlebnisse furchteinflößend, aber wir wollen der Bevölkerung beistehen. Unsere Gegenwart ermutigt die Menschen. Und wir sind immer noch überzeugt, dass in dieser Krise eine friedliche Lösung gefunden werden kann. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.“

Der bürgerkriegartige Zustand im Südsudan hält nun schon Monate an. Dinka und Nuer, die beiden größten Volksgruppen, sind blutig aneinandergeraten. Menschenrechts-Organisationen berichten von Exekutionen und ethnischen Säuberungen. Mindestens 400.000 Menschen seien auf der Flucht.


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