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Ordensleute 2.0 - über die Bedeutung von ‚Laien‘ für die Steyler Missionare

Für die Steyler Missionaren hat der Begriff ‚Laie‘ nichts mit Dilettantismus zu tun, im Gegenteil.

Pater Rüdiger Brunner SVD
14. April 2014

Von: Severina Bartonitschek

Laie, der, Substantiv, maskulin – jemand, der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat – so steht es im Wörterbuch. Bei den Steyler Missionaren hat der Begriff ‚Laie‘ nichts mit Dilettantismus zu tun.

Im Gegenteil: Laien, also nicht-geweihte Christen, sind wichtige Partner in der Missionsarbeit, ohne die der Orden gar nicht agieren könnte, erklärt der Steyler Missionar Pater Rüdiger Brunner im Interview mit Severina Bartonitschek.
 
 
Pater Brunner, tausende von Menschen engagieren sich ehrenamtlich für die Steyler Missionare. Allein in Deutschland sind das wesentlich mehr als der Orden selbst weltweit Mitglieder hat. Warum braucht ein Orden diese Menschen?

Die vielen Ehrenamtlichen sind für uns Partner in der Mission, hier in Deutschland und überall, und sorgen dafür dass diese weltweite Missionsidee der Steyler Missionare präsent bleibt – ob das in ihren Gemeinden, den Familien oder am Arbeitsplatz ist.

Allein 17.000 Menschen tragen für uns ehrenamtlich die Steyler Zeitschriften in ganz Deutschland aus, sprechen mit den Abonnenten, stellen eine Verbindung zu unserem Orden her. Dazu kommen die vielen anderen, die sich in Freundes- und Partnerkreisen engagieren, die Menschen über uns informieren, Projekte unterstützen und Hilfsaktionen starten.

Das Beeindruckende daran ist, dass sie all das nur aus ihrem christlichen Selbstverständnis heraus tun – also weil sie eben nicht nur für ihr eigenes Wohl zuständig sein wollen. Wir haben wirklich Glück, dass sie sich, um dieser Aufgabe nachzugehen, uns ausgesucht haben.
 
Also wäre vieles ohne die Unterstützung von außen für den Orden gar nicht möglich?

Richtig! Wir können auf diese vielen Missionspartner auf keinen Fall verzichten. Dann würden uns auch viele Talente und Fähigkeiten verloren gehen. Häufig sind das wirkliche ‚Professionals‘, die uns in vielen Bereichen und Themen längst überlegen sind. Wir als Ordensleute können nicht überall Fachleute sein und genau dort sind diese Menschen da, die uns beraten und tatkräftig zupacken.

Wir sind von ihnen abhängig und auf sie angewiesen. Genauso wie auf die vielen Angestellten in unseren Niederlassungen, die für uns nicht nur Arbeit leisten, sondern mit viel innerem Engagement uns Ordensleute unterstützen.

Durch all diese Menschen ist es auch möglich, gerade auch ordensspezifische Themenbereiche oder Schwierigkeiten einmal von außen zu betrachten und Lösungswege zu finden, die man als Ordensinterner gar nicht mehr sieht. Sie bringen in vielerlei Hinsicht frische Ideen und frische Gedanken in den Orden und dafür sind wir sehr dankbar.
 
Das klingt für einen katholischen Männerorden sehr fortschrittlich.
Vielleicht, aber tatsächlich ist die Zusammenarbeit mit den sogenannten Laien schon tief in unseren Anfängen verwurzelt. Bereits unser Gründer Arnold Janssen hatte erkannt, dass es ohne diese Menschen nicht geht und hat sofort mit aller Welt zusammengearbeitet.

Sie waren es, die Janssen ermutigten und motivierten mit ihrer Unterstützung den Orden aufzubauen. Obschon sie dann nicht in den Orden eingetreten sind, im strengen Sinn des Wortes, gehörten sie von Anfang an dazu und das hat sich bis heute nicht geändert.
 
So schön und wichtig diese Zusammenarbeit klingt, prallen doch zwei Welten aufeinander – einmal die Ordensleute, die ein Leben nach den drei Gelübden ‚Armut, Keuschheit, Gehorsam‘ leben und auf der anderen Seite die Menschen, die vielleicht im Supermarkt oder Büro arbeiten, Familie haben.

Diese Freunde, Partner und Angestellten gehören zu dieser selben Bewegung, zu dieser selben Idee, weil sie getauft sind und weil sie gefirmt sind – das ist die Grundlage. Diese Grundlage leben sie in einem anderen Lebenskontext als ein Ordensmann, der mit Gelübden in einer Gemeinschaft lebt.

Aber sie tun dasselbe, was wir tun: sie geben Zeugnis von ihrer Überzeugung, nur in einem anderen Umfeld. Wenn wir uns austauschen, bereichern wir uns gegenseitig – profitieren die und wir. Dabei verschwimmen dann diese Grenzen auch, sodass das „die“ und „wir“ gar nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Wir sind eine Solidargemeinschaft, schöpfen aus denselben Quellen, aus derselben Spiritualität, die wir dann versuchen weiterzugeben an Menschen, die es brauchen.
 
Natürlich muss man die vielen Unterstützer darin auch begleiten, damit sie sich selbst wichtig genug nehmen, in ihrer eigenen Kompetenz, ihrer eigene Professionalität und sich ihres eigenen Christseins immer mehr bewusst werden. Nicht, dass sie sagen: ‚Ihr seid Ordensleute, also macht ihr das einmal besser‘, sondern dass sie einfach aufgrund ihres Christseins Verantwortung übernehmen.

Wir als Ordensleute müssen hingegen verstehen, dass wir ebenso Suchende sind, wie auch der Rest der Welt. Wir dürfen nur dankbar sein, wenn die Menschen mit uns ihre Erfahrungen zu Gott und der Welt teilen und wir dadurch unserem Auftrag und den Menschen gerechter werden. Dass uns das durch die vielen Unterstützer und Missionspartner möglich ist, das ist wirklich ein Geschenk.
 
Vielen Dank für das Gespräch.

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