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2,25 Mio. € für Steyler Hilfsprojekte

Auf ihrer Bilanzpresse­kon­ferenz am 10.3.2016 in Bonn hat die Steyler Ethik Bank neue Produkte vorgestellt, mit denen sie Kunden Alternativen in der Niedrigzinsphase bietet. Durch Anpassungen der Anlagekriterien hat das Geldinstitut sein Profil als Spezialist für ethische Geldanlage weiter geschärft.

 

v.l.n.R.: Jürgen Knieps, Jutta Hinrichs, Norbert Wolf

Rund 2,25 Millionen Euro hat die Steyler Ethik Bank 2015 an internationale Hilfsprojekte überwiesen. „Mit dieser Summe unterstützen wir die Arbeit der Steyler Missionare in über 70 Ländern“, erläuterte Bankgeschäftsführer Jürgen Knieps bei der Jahrespressekonferenz in Bonn. Der Hilfsbeitrag besteht aus den ausgeschütteten Gewinnen der Bank, freiwilligen Zins- und Kapitalspenden von Kunden sowie den Erträgen der Treuhandstiftungen unter dem Dach der Steyler Bank-Stiftung.

 

Zu den im Jahr 2015 unterstützten Projekten zählt ein Steyler Sozialzentrum in einem der riesigen Armenviertel von Guayaquil, Ecuador. Es eröffnet vielen benachteiligten Familien neue Perspektiven. In Äthiopien helfen Steyler Missionsschwestern Frauen am Rande der Gesellschaft, aus Armut und Prostitution auszubrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und in Tansania ist die Krankenstation in Simanjiro der einzige Anlaufpunkt für viele Dorfgemeinschaften der Massai. Zum Teil kommen die Patienten aus 100 Kilometern Entfernung. Hier wird der Bau eines Operationssaales gefördert.

 

Kunden schichten in nachhaltige Wertpapiere um

Das verwaltete Kundenvermögen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 449,7 Millionen Euro. Während die Spareinlagen nahezu unverändert blieben, gingen Tages- und Termineinlagen auf 65,7 Millionen Euro zurück (2014: 77,1 Mio. €). Deutliche Zuwächse verzeichnete die Bank bei den Depotvermögen: Sie legten um 18,5 Prozent auf nunmehr 178,4 Millionen Euro zu. Damit machten Wertpapiere im vergangenen Jahr bereits 40 Prozent des verwalteten Kundenvermögens aus (2014: 34,5 Prozent).

 

Warnung vor Fehlentwicklung der Bankenbranche

Einen sehr kritischen Blick auf die Entwicklung der Bankenbranche insgesamt, brachte Bankgeschäftsführer Norbert Wolf ein. Er warnte vor gravierenden Fehlentwicklungen, die durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Politik der Notenbanken ausgelöst werden. „Die Finanzkrise von 2008 wurde eigentlich gut gemeistert. Aber der jetzige Cocktail aus einer ausufernden Regulatorik, Verbraucherschutzvorgaben und Niedrigzinsphase entzieht gerade den Banken die Ertragsgrundlage, die für die Finanzmarktkrise nicht verantwortlich waren. Wenn nicht umgesteuert wird, werden die negativen Folgen für Banken, Bankkunden und die Wirtschaft insgesamt in spätestens drei Jahren voll durchschlagen.“

 

Strategien in der Niedrigzinsphase

Wie Wolf weiter ausführte, will die Steyler Ethik Bank gerade wegen der herausfordernden Situation auf den Finanzmärkten ihr Profil als Nachhaltigkeitsspezialist weiter schärfen. „Wir bieten nachhaltig orientierten Anlegern im Niedrigzins-Umfeld alternative Anlagemöglichkeiten.“ So startete im Frühjahr ein neuer Steyler Mischfonds: Der Steyler Fair und Nachhaltig - Stiftungsfonds ist der dritte Steyler Nachhaltigkeitsfonds und richtet sich besonders an Privatanleger, kirchliche Institutionen und Stiftungen. Zum Stichtag 29.02.2016 verwaltete die Steyler Fair und Nachhaltig-Fondsfamilie ein Vermögen von 109,8 Millionen Euro (gegenüber Ende 2014 ein Plus von 39,5 Mio. Euro). Davon sind 27,6 Millionen Euro in den Aktienfonds (Ende 2014: 28,7 Mio. Euro), 64 Millionen Euro in den Rentenfonds (Ende 2014: 41,6 Mio. Euro) und 18,2 Millionen Euro in den 2015 neu aufgelegten Stiftungsfonds investiert.

 

Kein Geld für Kohle

Großen Raum nahm bei der Pressekonferenz das aktive Ethik-Management der Steyler Bank ein. So berichtete Jutta Hinrichs, Referentin für Ethik und Nachhaltigkeit, unter anderem über den Ausschluss von VW aus dem Steyler Anlageuniversum sowie über die Unterzeichnung der Kohleausstiegskampagne. Die Steyler Ethik Bank hat sich Ende 2015 freiwillig verpflichtet, künftig kein Geld mehr in Unternehmen der Kohle-Industrie zu investieren, da diese als ein Haupttreiber der globalen Erwärmung gilt.


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