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Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Weltuntergang in Raten

26. September 2012

Ein Buch schlug 1972 wie eine Bombe ein in das öffentliche Bewusstsein. „Die Grenzen des Wachstums“ sprengte alle Grenzen und veränderte die Welt.

Colosseum in Rom 

 

Als wissenschaftliche Publikation des Club of Rome gedacht, machte das Werk von Dennis L. Meadows und anderen Wissenschaftlern den Menschen die Endlichkeit aller Ressourcen, die Begrenztheit allen Wachstums deutlich. Es folgte die Ölkrise, das Baumsterben, die „Atomkraft-nein-danke“-Bewegung. Die Grünen wuchsen wie Pilze aus dem Boden, der Rest ist Geschichte.


Eine globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre
Der Norweger Jorgen Randers schrieb 1972 als 25jähriger Wissenschaftler mit an dem Bestseller, dieses Jahr stellte er mit 66 Jahren in Rotterdam den neuen Bericht vor mit dem leicht sperrigen Titel „2052. Eine globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre“.

Zur Erinnerung: Der 1968 gegründete Club of Rome war als Denkfabrik der besten wissenschaftlichen Köpfe gedacht. Der italienische Fiat Manager Aurelio Peccei gilt als Gründer und landete einen Volltreffer mit der Idee, am Computer die Weiterentwicklung der Welt für die nächsten 100 Jahre zu simulieren.

Längerfristige Sichtweisen sind notwendig
Die Wissenschaftler um Meadows arbeiteten damals mit Großrechnern am MIT (Massachusetts Institute of Technology), um die Entwicklung der Erde als Wirtschaftsraum in unterschiedlichen Szenarien zu erforschen. Besonderes Interesse hatten sie am Verbrauch der Ressourcen und an der Entwicklung der Bevölkerung. Dabei waren die Zeitabläufe ganz anders programmiert als in der menschlichen Wahrnehmung, die nur von Generation zu Generation denkt oder bei Politikern, die nur das Zeitfenster bis zur nächsten Wahl im Kopf haben.

Natürlich ist der Bericht für die nächsten 40 Jahre ein Katastrophenszenario mit Weltuntergangsstimmung, aber die 36 Autoren um Randers gehen von harten Zahlen und klaren Fakten aus. Sie machen anders als vor 40 Jahren nicht mehr die Überbevölkerung zum Auslöser einer möglichen Katastrophe, sondern die globale Klimakrise.

Sie monieren die Forderung nach permanentem Wirtschaftswachstum in einer Welt, in der die Wälder abgeholzt, die Meere überfischt, die Rohstoffe immer knapper werden. Die Forscher mahnen an, dass die Industrie schon heute keine Gewinne mehr machen würde, wenn man die Umweltzerstörung als wirtschaftlichen Schaden bilanzieren würde. Laut Randers wird die Klimakatastrophe ihren Höhepunkt 2030 erreichen, dann sei der Temperaturanstieg auf akzeptable 2 Grad nicht mehr zu steuern, zumal die Tundra der Nordhalbkugel im Tauprozess das klimagefährliche Methan freisetzt.

Bevölkerungswachstum führt zu gesellschaftlichem Wandel
Die sich verschärfende Klimakrise werden 2040 weltweit 8,1 Milliarden Menschen erleben, die Weltbevölkerung wird damit ihren Höchststand erreicht haben und nicht weiter wachsen. Der Österreicher im Club of Rome, Karl Wagner prophezeit eine Revolution für die 20er Jahre, welche einen ähnlichen gesellschaftlichen Umbruch wie die Revolution 1848 auslösen würde. Er sieht eine Jugendprotestkultur wachsen, die das bestehende System in seiner Lethargie hinwegfegen wird.

Die Kritik an den westlichen Demokratien mit ihren komplexen, lang dauernden Entscheidungswegen ist nicht neu. Und dass auf keiner Klimakonferenz bisher eine klare Entscheidung mit den Hauptklimasündern USA, Indien und China zustande gekommen ist, macht nicht den Mut, an Veränderungen zu glauben.

Sind die düsteren Prognosen realistisch?
Der Club of Rome war schon 1972 ein ausgewiesener Pessimistenverein, nur hat die Realität ihm in 40 Jahren so viel Futter gegeben, dass jeder Optimismus in Klimafragen naiv wäre. Und nur Zyniker trösten sich mit dem dritten Kölschen Grundgesetz: "Et hät noch immer jot jejange".

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