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Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Wasser für alle

23. Mai 2012

Von: Ulrich C. Harz

Pünktlich zum Weltwassertag tagte das Weltwasserforum vor kurzem in Marseille. Der vorgestellte Weltwasserbericht der UNESCO ist ein Alarmsignal.

Wasser für alle 

 

Die Ressource wird knapp, 900 Millionen Menschen sind ohne sauberes Wasser, das kostbare Element sehen die einen als Handelsgut, die anderen als Menschenrecht.

„Time for solutions“ lautete das Motto des alle drei Jahre stattfindenden Weltwasserforums am 22. März in Marseille. Doch die Zeit für Lösungen wurde vertan bei der einwöchigen Konferenz mit 20.000 Teilnehmern aus über 140 Ländern. Das Forum begann mit dem dramatischen UNESCO-Weltwasserbericht, der den Mangel an sauberem Trinkwasser kritisierte. Klimawandel, Verschmutzung und Übernutzung sind die Ursachen, für die Zukunft sieht die UNESCO bei weiterhin ungleicher Verteilung ernsthafte Krisen in der Welt, der WWF berichtete von über 50 gewaltsamen Konflikten seit der Jahrtausendwende um die Nutzungsrechte von Wasser.

Eine düstere Prognose.
So gibt es aktuelle Auseinandersetzungen zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien über die Nutzung des Nils. Niemand bestritt in Marseille, dass Wasser längst ein strategischer Rohstoff ist. Während die zahlreichen Industrievertreter Wasser als Handelsgut betrachten, reklamierten gerade die ärmsten Länder Afrikas den Zugriff auf sauberes Wasser als Menschenrecht. Davon ist die Realität weit entfernt, dem UNESCO-Bericht zu Folge sterben jährlich rund 3,5 Millionen Menschen an den Folgen schlechter Wasserversorgung, 900 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, fast 3 Milliarden Menschen leben ganz ohne sanitäre Anlagen, allein eine Million Menschen stirbt jährlich an verunreinigtem Wasser.

Nackte Zahlen einer puren Katastrophe.
Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung macht die UN gerade das sich verändernde Konsumverhalten, besonders die steigende Fleischproduktion, für das Fiasko verantwortlich. Für die Erzeugung eines Kilo Reis sind 2.500 Liter Wasser nötig, für ein Kilo Rindfleisch 15.000 Liter, die weltweite Landwirtschaft verbraucht 70% des wertvollen Rohstoffs, bis 2025 werden 2/3 der Weltbevölkerung Versorgungsmängel beim Wasser erleben.

Nach der als absolut unverbindlich kritisierten Konferenz 2009 in Istanbul formierte sich in Marseille heftige Kritik. Zunächst am Veranstalter, der eben nicht die UN ist, sondern der sehr private Conseil mondial de l’eau. Hinter diesem Weltwasserrat stecken ausschließlich private Firmen. Diese massiv unter dem Druck der NGOs stehenden Konzerne nutzten das Forum ausschließlich zur Imagepflege.

Erneut zeigte sich in Marseille, dass die NGOs, also die Nichtregierungs-Organisationen wie WWF, UNESCO oder Greenpeace, eine deutlich höhere Akzeptanz und Glaubwürdigkeit haben als gerade die westlichen Regierungen. Auch die deutschen Regierungsvertreter zeichneten sich durch so sinnfreie Statements aus wie „Wir brauchen einen Bewusstseinswandel“ oder „Wir müssen die Zugangskrise überwinden.“ (Staatssekretärin Gudrun Kopp, FDP).

Lichtblick am Ende des Tunnels
Deutlich konkreter wurden die NGOs mit der Forderung nach Wassergerichten. Diese sollen, ähnlich wie der internationale Strafgerichtshof in Den Haag, die Verletzung des Rechts auf Wasser ahnden und das natürliche und unverletzbare Grundrecht auf Wasser wahren. Diese Initiative wurde kraftvoll vom Vatikan unterstützt.

Ein weiterer positiver Trend ist aus Frankreich zu berichten: Paris und etliche andere Kommunen haben die Wasserversorgung aus privater Hand wieder in öffentliche Regie übernommen. Das überraschende Resultat: Die Wasserqualität ist gestiegen, die Wasserpreise kräftig gefallen. Voilá.

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