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Weihnachten und der Müll - Elektroschrott
06. Februar 2013

Mit Mariä Lichtmess Anfang Februar ist jetzt auch der letzte Weihnachtsbaum entsorgt. Das Fest ist vorüber. Auch dieses Jahr standen sie wieder ganz oben auf der Wunschliste: Computer, Tablets, Smartphones, Spielekonsolen. Die alten Geräte landen auf dem Müll und sorgen für eine "schöne Bescherung". Denn wohin mit dem Elektroschrott?

Der neueste Schrei auf dem Elektronikmarkt bringt ein altes Problem für die Welt. Anders als die Textilindustrie hat die boomende Elektronikbranche bisher keinerlei Recyclinglösungen erarbeitet. Eine breite Entsorgung wie bei Batterien ist nicht in Sicht.

Hier macht die Europäische Union Druck, die neue Koalition will das schnell in nationales Recht umsetzen, aber auch die Verbraucher können deutlich mehr tun. Denn die Zahlen sind eine einzige Negativbilanz: statistisch produziert jeder Deutsche 23 Kilo Elektroschrott pro Jahr, etwa 10 Kilo davon werden recycelt, der große Rest landet auf Müllkippen meist in Afrika. Und weil der Anteil am Recycling immer geringer wird, wird der Mülltourismus immer mehr.

Illegale Müllentsorgung - was tut der Staat?
Laut Koalitionsvertrag wird die neue Regierung alles tun, die Sammelmengen zu erhöhen und die Rückgabe von Gebrauchtgeräten zu erleichtern. Hier ist auch der Handel gefordert, denn nur geringe Mengen landen in der korrekten Entsorgung der Wertstoffhöfe.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) muss zunächst den illegalen Export eindämmen, keine leichte Aufgabe. Die Schwierigkeit: weil der Export von Elektroschrott illegal ist, deklarieren die Exporteure die Container als gebrauchte Elektrogeräte, also funktionsfähige Produkte.

Endstation Ghana

So landen aktuell 150.000 Tonnen gefährlicher Schrott meist in Ghana. Dort werden sie oft von Kindern auseinander genommen, um die wertvollen Substanzen zu sammeln, die anderen auf riesigen Müllhalden zu hinterlassen. Ein infamer Angriff auf die Gesundheit der Kinder und eine enorme Belastung für die Natur, aber ein Millionengeschäft für die Müllmafia.

Als erster Schritt soll die Beweislast umgekehrt werden, dann müssen die Händler beweisen, dass Geräte funktionsfähig sind und nicht die Ermittler, dass es sich um Schrott handelt. Das Umsetzungsziel ist für 2016 angepeilt, für 2019 plant die EU eine Rücknahmequote von 65 Prozent, aber das ist Zukunftsmusik. Doch schon heute können verantwortungsvolle Verbraucher selbst was tun (siehe dazu auch nebenstehender Beratertipp).

Das Fairphone
Es stehen viele Alternativen zur Verfügung, so ist zum Beispiel das holländische Fairphone seit dem Weihnachtsgeschäft auf dem Markt (wir berichteten über die Entwicklung). Die Hersteller achten auf die Anforderungen der Internationalen Arbeitsorganisation, einzelne Teile sind austauschbar, das Gerät ist für eine lange Lebensdauer konstruiert. Wer ein solches Smartphone erwirbt, achtet auf Haltung, nicht auf Leistung. Hier finden Sie weitere Informationen zum Fairphone.

Aber während die Politik nur in Fristen und fernen Jahren denkt, kann König Kunde meist sofort etwas tun, um Missstände zu beseitigen. Allein Dämlichkeit und Bequemlichkeit gilt es zu überwinden.

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