suchen
drucken
 
Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Siemens wäscht sich grün

20. April 2011

Siemens verkündet einen Strategiewechsel: Vom Sparkurs hin zum Wachstumskurs. Dabei spielen grüne Produkte eine besondere Rolle. Nur: Was versteht Siemens unter "grün"?

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Das operative Ergebnis von Siemens stieg im Geschäftsjahr 2009/10 auf 7,8 Milliarden Euro, eine Bestmarke ebenso wie der Konzerngewinn nach Steuern mit 4,1 Milliarden. Der Österreicher Peter Löscher erklärt den Sparkurs für beendet – Siemens hatte 17.000 Stellen abgebaut – und setzt auf starkes Wachstum. Löscher spricht von einem „völlig neuen Kapitel der Firmengeschichte“, man will sich nicht mehr am Weltwirtschaftswachstum orientieren, sondern am Umsatz der besten Konkurrenten. Dabei setzt Siemens besonders auf innovationsgetriebene Wachstumsmärkte wie die Umwelttechnik. Mit dem grünen Portfolio will der Konzern den Umsatz bis 2014 um jährlich 10% steigern.

Going green oder washing green?
Das erfolgreiche Umweltgeschäft hatte Siemens schon vor der Bilanzpressekonferenz medienwirksam dargestellt. Tenor der Botschaft: Im Umweltportfolio finden sich viele der neuesten Technologien, mit denen die Kunden deutliche Einsparungen erzielen. In den Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Gesundheit setzt sich das grüne Portfolio aus so unterschiedlichen Produkten wie Windrädern, umweltfreundlichen Zügen, Automatisierungs- und Steueranlagen, aber auch Computertomographen zusammen. Und hier beginnt die Kritik.

Grüne Computertomographie?
Die Medizinsparte des Konzerns ist mit Investitionen von über 10 Milliarden Euro besonders zukunftsorientiert aufgestellt. Der einzig voll integrierte Medizinkonzern soll von der ersten Diagnose bis zur letzten Behandlungsstufe alle Prozesse steuern und verbessern.

Aber ein Computertomograph ist nun wirklich kein klassisches Umweltprodukt, selbst wenn es deutlich weniger Strom verbraucht als alle seine Vorgängerprodukte. Kritiker werten das als reinen Marketinggag, das Unternehmen selbst äußert sich in historischen Dimensionen. Vorstand Barbara Krux zum Handelsblatt: „Siemens lebt Nachhaltigkeit seit mehr als 160 Jahren.“

Grüne Produkte sparen Energie
Letztendlich werden sich Käufer immer für das Energiesparen und die modernere Technologie entscheiden. Damit ist das grüne Portfolio irgendwann ein Selbstläufer, der im besten Fall die 10% Umsatzwachstum überschreitet. Die Ära Löscher ist bisher eine Erfolgsgeschichte für den vormals krisengeschüttelten Konzern und die Erwartungshaltung an den Vorstandschef bleibt extrem hoch.

Siemens bleibt auf der roten Liste
Die Steyler Bank hat indes den Konzern immer noch auf der Liste der Unternehmen, in die nicht investiert wird. Denn immer noch stehen die Vorwürfe der Korruption, Verfehlungen im Umweltschutz und die Missachtung von Arbeitsrechten im Raum. Solange diese nicht nachhaltig ausgeräumt sind, bleibt Siemens auf der roten Liste stehen. Doch immerhin, der Umdenkungsprozess scheint in Gang zu kommen – aus welchen Gründen auch immer.

Sie möchten uns eine Nachricht schreiben?

 

Bitte geben Sie hier Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse sowie Ihre Nachricht ein.

Sie wünschen einen Beratungstermin?

 

Bitte geben Sie hier Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse sowie einen Terminwunsch an.

Ihr Kontakt zur Steyler Bank:

Bei Fragen können Sie uns natürlich gerne anrufen oder uns eine E-Mail senden.
Fragen, Wünsche, Kommentare?

Wir freuen uns auf regen Austausch mit Ihnen - auch über die sozialen Netzwerke.
Abonnieren Sie jetzt kostenlos Steyler Bank Aktuell, unseren monatlichen Newsletter für ethische Geldanlagen.

Jetzt registrieren.
  • Nachricht schreiben
  • Termin vereinbaren
  • Kontakt zur Steyler Bank
  • Soziale Netzwerke
  • Newsletter abonnieren