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Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Raubbau der Natur: Geldanlagen in Rohstoffen

1. Februar 2012

Von: Stefanie Walter

Umweltprobleme und soziale Ausbeutung sind oft die Folge von Rohstoffförderung in großem Maße. Norbert Wolf fordert konkrete Maßnahmen - auch für die Finanzbranche.

Kupfer

Rohstoffinvestments sind bei Anlegern auch in 2012 beliebt. Nicht selten aber sind sie für erhebliche Umweltprobleme und sozialer Ausbeutung verantwortlich. Der Geschäftsführer des ethischen Geldinstituts Steyler Bank, Norbert Wolf, ruft Privatanleger dazu auf, Rohstoffinvestments im Einzelnen kritisch zu prüfen. Das in Kürze vom Bundeskabinett abzustimmenden Ressourceneffizienzprogramm zur Vorbereitung auf die UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 im Juni 2012 sollte aus seiner Sicht auch konkrete Maßnahmen für die Finanzbranche definieren, die indirekt erheblichen Einfluss auf die internationale Rohstoffexplorationen habe.

Durch ihre positive Wertentwicklung seit 2002 galten Rohstoffinvestments in den vergangenen Jahren als Inflationsschutz und Gegenpool zu den Verläufen der Aktienmärkte. Nach einem Einbruch in 2011 prophezeien Finanzexperten in 2012 erneute Wertzuwächse. Private und institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, Stiftungen und Lebensversicherungen investierten in den vergangenen Jahren in großem Umfang in diese Anlageklasse. Insbesondere die Nachfrage nach Industriemetallen und Seltenen Erden boomt weiter, u.a. durch den zunehmenden Bedarf für moderne Technologien, den globalen Bevölkerungszuwachs auf heute sieben Mrd. und geschätzte 9,3 Mrd. in 2050 sowie einen zunehmenden Pro-Kopf-Verbrauch in Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien.

Die Rohstoffgewinnung im großen Maßstab, vor allem in Dritte-Welt-Ländern führt in der Praxis immer wieder zu erheblichen Umweltproblemen und sozialer Ausbeutung. Abschreckende Beispiele sind der Coltanabbau im Kongo, bei dem Kinderarbeit an der Tagesordnung ist. Menschenrechtswidrige Umsiedlungen der einheimischen Bevölkerung, die Vernichtung von Ökosystemen und damit verbunden die Zerstörung der Lebensgrundlage der anrainenden Bevölkerung sowie hohe Raten an Arbeitsunfällen gehören zu weiteren Nachteilen. Geringe Abgaben, korrupte Eliten und die Möglichkeit, Gewinne in Off-shore-Zentren zu deklarieren, führen zudem dazu, dass die Entwicklungsstaaten selten angemessen an den Rohstofferlösen beteiligt werden.
Die Ressourcen sind zudem endlich. Weltweit werden heute jährlich annähernd 60 Mrd. Tonnen Rohstoffe verbraucht, fast 50 Prozent mehr als vor 30 Jahren, mit steigender Tendenz.

Norbert Wolf, Geschäftsführer der Steyler Bank sieht hier Handlungsmöglichkeiten für die nachhaltige Investmentbranche und ethisch denkende Anleger. „Voraussetzung für das Investment in rohstoffbasierte Investments sollten die eindeutige Nachvollziehbarkeit der Herkunft sowie die Einhaltung von sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien beim Abbau und bei der Verarbeitung sein!“ Auf deutschen Anlegermessen habe die Präsenz von Rohstoffunternehmen mit teils fragwürdigen Praktiken inflationär zugenommen – insbesondere von internationalen Bergbau- und Minenunternehmen. Hier sollte der Anleger Nachhaltigkeitsstandards kritisch hinterfragen und sich nicht allein von hohen Renditeversprechen leiten lassen. Private Anleger und professionelle Investoren sollten gezielt Investitionsmöglichkeiten auswählen, bei denen die nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen, der sparsame Umgang mit ihnen und ihre Wiederverwertung im Mittelpunkt stünden, so Wolf. Bei Direktinvestments sollten Anleger die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen einsehen und prüfen, ob ein valides Nachhaltigkeitsrating vorliege. Die angewandten Kriterien der Ratingagenturen sollten dabei transparent nachvollziehbar sein. Bei Rohstoffinvestments über Finanzdienstleister sollten Privatanleger zusätzlich prüfen, ob die Investoren Nachhaltigkeitsscreenings durchführen und sicher gehen, dass diese bevorzugt Unternehmen auswählen, die Mindeststandards im Hinblick auf Transparenz, Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten einhielten. Zum anderen sollten sie sich erkundigen, ob die Investoren durch unmittelbares Engagement versuchen, Verbesserungen zu bewirken – beispielsweise durch Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen oder persönlichen Dialog mit den Unternehmen.

Wolf weiter: „Als ethisch orientierte Bank begrüßen wir das Ressourceneffizienzprogramm des Bundesumweltministeriums. Dieses wird von der Bundesregierung in Kürze abgestimmt in Vorbereitung auf die UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 im Juni 2012. Hierin setzt sich die Regierung u.a. für den Übergang zu einer nachhaltigen, Ressourcen schonenden und sozialverträglichen Wirtschaftsweise weltweit ein, die Entwicklungs- und Schwellenländern die Chance eröffnet, auf umweltschonende Weise, Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten zu erreichen. Dazu will sie mit Partnerländern in europäischen und internationalen Gremien zusammenarbeiten, um die nachhaltige Ausgestaltung der Extraktionsverfahren mineralischer Rohstoffe zu optimieren. „Die Umsetzung muss auch die Finanzwirtschaft mit ganz konkreten Regelungen einbeziehen“, fordert Wolf. Mit einer Marktkapitalisierung von 22% der weltweit größten börsennotierten Unternehmen hätten Rohstoffunternehmen und Unternehmen der Öl- und Gasbranche enormen Einfluss auf internationale Geldströme, zumal neue Rohstoffvorkommen seit der ersten Finanzkrise vor allem über Wertpapieremissionen und nur noch in geringem Maß über Kredite finanziert würden.

Die Steyler Bank betreibt in Deutschland seit 1964 und in Österreich seit 2001 als Vollbank das gesamte Bankgeschäft inklusive der Stiftungsberatung. Besonderer Wert wird auf die ethische Anlagestrategie und Kundenberatung gelegt. Investitionen fließen nur in Wertpapiere, die festgelegten Kriterien hinsichtlich sozialer, kultureller und ökologischer Gesichtspunkte entsprechen. Mit ihren Erträgen aus dem Bankgeschäft sowie freiwilligen Zinsabtretungen und Kapitalschenkungen ihrer Kunden unterstützt das ethische Geldinstitut internationale Hilfsprojekte der rund 10.000 Steyler Missionare und Schwestern in circa 70 Ländern.
Jährlich fließen zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro in diese Projekte.

Pressekontakt:

Jürgen Welzel, Unternehmenssprecher der Steyler Bank GmbH
Arnold-Janssen-Straße 22 in 53757 Sankt Augustin
Telefon: +49 22 41 / 120 51 90
j.welzel@steyler-bank.de

Stefanie Walter, Senior Consultant Financial Communications
BrunoMedia GmbH
Telefon: +49 221 / 348 038 21
Mobil: +49 151 / 504 435 89
walter@brunomedia.de

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