suchen
drucken
 
Nachhaltigkeit in Unternehmen - Eisberg

Rettet Ethik-Investment die Welt?

03. April 2014

Seit über 20 Jahren wächst der kritische Blick von Investoren auf die Nachhaltigkeit von Unternehmen. Dabei hat sich die so genannte Best-in-Class-Strategie weitgehend durchgesetzt. Sie steht für den Anspruch, nach ökologischen, sozialen sowie Kriterien der guten Unternehmensführung nur in die Besten ihrer Branche zu investieren.

Getreu diesem Ansatz wurden 2011 in Europa 283 Mrd. Euro investiert. Unter dem provokanten Titel „Klassenziel erreicht?“ hat Antje Schneeweiß vom Südwind Institut versucht, mittels einer umfangreichen Studie den Erfolg dieser Strategie zu messen. Ist ihr das gelungen?

Komplexes Thema - schwierige Fragen

Um es vorweg zu sagen: Die Komplexität des Themas hat einen hoch komplizierten Studienaufbau gefördert, der naturgemäß nicht zu klaren Antworten kommt. Aber die Urheber, unterstützt von der Union Investment Stiftung, waren schon erstaunt, bei der Vorstellung der Studie Anfang Februar in der Deutschen Welle in Bonn über 120 Besucher zu begrüßen, nur 40 hatte man erwartet.

Und von 10.00 bis 16.00 Uhr wurde die Vorstellung fast zum Symposium, die Fragen sind so schwierig, wie die Gesamtsituation unüberschaubar ist. Frau Schneeweiß hat nach einem klaren Gesprächsleitfaden mit 4 Nachhaltigkeitsratingagenturen, 22 Unternehmen, 3 NRO’s und einer Standard setzenden Organisation gesprochen. Und gerade die prägnantesten Aussagen kann sie nur anonymisiert wiedergeben, was den Aussagewert schmälert.

Aber immerhin sind alle 22 Unternehmen so ehrlich, zu bekennen, dass Nachhaltigkeitsratings für sie kein Hauptantriebsfaktor sind. Das scheint das brisanteste Ergebnis aus der 46-seitigen Studie. Doch es gibt noch andere Schlüsse. Die kategorischen Ausschlusskriterien der Investoren scheinen weniger erfolgreich als die langfristige Engagement-Politik.

Engagement-Prozesse als Feedback an die Unternehmen
Als Engagement bezeichnen wir den langfristigen Dialog zwischen Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, Verantwortung zu unternehmen und Missstände abzubauen. „Aktive Stimmrechtsausübung“ ist das beste Mittel für Investoren, auf Nachhaltigkeit zu dringen. Dass Unternehmen lernfähig sind, bestätigt auch Achim Phillipus von Union Investment: er berichtet, dass die MunichRe gerade Nachhaltigkeitskriterien wie Biodiversität und den Schutz indigener Völker bei Großprojekten implementiert habe, nachdem Investoren ordentlich Druck gemacht haben.

Wir erinnern uns: sowohl MunichRe als auch Allianz waren wegen Staudamm-Projekten aus dem Anlageuniversum der Steyler Bank entlassen worden. Der Ethik-Anlagerat erwägt gerade den Einstieg in einen Engagement-Prozess mit der Allianz und prüft ob die Steyler im Gegenzug mit ihren Ethik-Scouts, nämlich 10.000 Steylern vor Ort, eine Kontrolle ausüben können, die gerade dringend eingefordert wird.

Die Studie weist explizit darauf hin, dass vorgefertigte Stellungnahmen der Unternehmen nur ein geschöntes Bild der Realität abgeben und vor Ort überprüft werden müssten.

Schneeweiß zieht dabei vier eindeutig positive Schlüsse:

  1. Immer mehr Investoren investieren wachsende Summen nachhaltig.
  2. Es gibt eine größere Transparenz der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen.
  3. Der Wettbewerb zwischen Unternehmen um ihren Status in Nachhaltigkeitsrankings ist initiiert und die Anzahl der Unternehmen, die daran teilnehmen, steigt.
  4. Unternehmen wirtschaften in allen relevanten Punkten zunehmend nachhaltiger.
Fazit:
Die Theorie des Wandels ist auch ein Bohren harter Bretter. Die Analysen der Autorin sind sehr umfangreich und nicht immer leicht zu verstehen, die Studie gibt aber auch anschauliche Beispiele zum Thema Kampf gegen Kinderarbeit. Und trotz aller Komplexität sind die 46 Seiten ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.


Sie möchten uns eine Nachricht schreiben?

 

Bitte geben Sie hier Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse sowie Ihre Nachricht ein.

Sie wünschen einen Beratungstermin?

 

Bitte geben Sie hier Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse sowie einen Terminwunsch an.

Ihr Kontakt zur Steyler Bank:

Bei Fragen können Sie uns natürlich gerne anrufen oder uns eine E-Mail senden.
Fragen, Wünsche, Kommentare?

Wir freuen uns auf regen Austausch mit Ihnen - auch über die sozialen Netzwerke.
Abonnieren Sie jetzt kostenlos Steyler Bank Aktuell, unseren monatlichen Newsletter für ethische Geldanlagen.

Jetzt registrieren.
  • Nachricht schreiben
  • Termin vereinbaren
  • Kontakt zur Steyler Bank
  • Soziale Netzwerke
  • Newsletter abonnieren
 
Über die Studie