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Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Fairschenken – Rosen zum Muttertag, aber richtig!

8. Mai 2012

Von: Lena Dörstelmann

Ein Blick hinter die blühende Fassade der Blumenindustrie

Rosen aus Afrika 

Am Jahresanfang läuft die Schnittblumenindustrie auf Hochtouren, Valentinstag und Muttertag stehen vor der Tür. Doch sind Rosen wirklich das passende Geschenk? Der Steyler Missionar Karl Schaarschmidt erzählt, welche Schäden die voranschreitende Blumenwirtschaft in Kenia verursacht.

Eine kleine Schar kenianischer Frauen versammelt sich vor den Toren der Blumenfarm, die rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Nairobi liegt. Sie protestieren gegen die schlechten Arbeitsbedingungen auf der Farm. Sie bitten um Schutzkleidung und Masken.

Es ist Januar. Die Schnittblumenindustrie steht in voller Blüte, man erwartet große Umsätze am Muttertag. Deswegen müssen die Beschäftigten auf der Blumenfarm noch härter und länger arbeiten. Die begehrten Rosen müssen rechtzeitig nach Europa ausgeliefert werden.

Betörender Blumenduft für den Beschenkten – Kopf- und Magenschmerzen für die Arbeiter der Blumenfarmen. Und nicht nur das. Schlafstörungen, Atembeschwerden, Gelenkschmerzen, Schwindel: Die Liste der Symptome einer Pestizidvergiftung ist lang. Und kaum ein Arbeiter kann sich vor ihr schützen, denn Masken oder Schutzkleidung gibt es kaum. Das Schicksal, welches die Farmarbeiter in Kenia ereilt, ist weltweit gesehen kein Einzelfall. Auch in anderen Ländern Ostafrikas, in Ecuador und Kolumbien, leiden Mensch und Natur unter der exzessiven Ausbeutung durch die Schnittblumenindustrie

„Viele Arbeiter sind durch die Chemikalien ernsthaft krank geworden und viele Frauen, die auf den Farmen arbeiten, erleiden Fehlgeburten“, berichtet der Steyler Missionar Karl Schaarschmidt, der viele Betroffene kennt. „Die Liste der Missstände ist lang und die gesundheitlichen Schäden groß.“

Der Steyler Ordensmann lebt in Nairobi, der Hauptstadt Kenias. „Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr Firmen und Treibhäuser um den Naivasha-See angesiedelt. Sie nutzen das Wasser aus dem See, um ihre Blumen, hauptsächlich Rosen, zu bewässern. Man merkt es ganz deutlich, dass viel mehr Wasser aus dem See herausgepumpt wird als hereinfließt. Der Wasserspiegel des Sees hat sich stark gesenkt“, berichtet Bruder Schaarschmidt, „dadurch verenden viele Fische qualvoll und der Ertrag der heimischen Fischer sinkt drastisch“.

Ein weiteres großes Problem sind die Abwässer der Blumenfarmen. „Sie werden ungefiltert in den See geleitet. Die dort lebenden Flusspferde werden vergiftet und können letztlich an den Folgen der Vergiftung sterben. Der verantwortungslose Umgang, die Ausbeutung der Menschen und der Umwelt ist einfach unerträglich. Und das alles, damit der Muttertagsstrauss in Deutschland für 15 Euro zu haben ist“, ärgert sich Schaarschmidt.

Seit dem Protest der Farmarbeiter im Januar hat sich nichts geändert. „Die Frauen waren in der Not gezwungen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Wenn sie es nicht tun, sind viele andere da, die ihre Stelle einnehmen“, erklärt Schaarschmidt traurig. „Eigentlich sollte jeden, der die Rose für 1 Euro im Laden kauft, sofort das schlechte Gewissen überkommen. Denn diese Rose steht für die Zerstörung von Familien und Lebensräumen.“

Schaarschmidt appelliert daher anlässlich des diesjährigen Muttertags an die Solidarität aller Blumenliebhaber: „Kauft fairgehandelte Blumen.“ Denn verzichten muss man auf den süßen Blumenduft natürlich nicht. Alternativen sind die fair gehandelten Blumen aus umweltfreundlicher Produktion wie www.fairflowers.de und www.fairtrade-deutschland.de/produkte/.

„Nicht nur Lebensmittel sollte man bewusst einkaufen“, meint Schaarschmidt. „Auch bei Blumen lohnt es sich, genauer hinzusehen. Und es wäre schön, wenn das Signal der fairgehandelten Blumen auch bald bei uns in Kenia ankommen würde.“

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