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Mitteilungsarchiv - Zeitung und Kaffee

Eine Brille für einen Dollar

24. Juni 2014

Martin Aufmuth war Mathe- und Physiklehrer in Erlangen. Bis er 2009 eine Idee hatte, die ihn nicht mehr losließ. Die Ein-Dollar-Brille. Jetzt ist er Unternehmer, Weltreisender und Preisträger des Empowering People Award. Und seine Idee ist dabei, die Welt zu verändern.

Junge aus Uganda mit 1-Dollar-Brille

Bücher können die Welt verändern. Das Buch, welches das Leben von Martin Aufmuth 2009 verwandelt hat, ist „Out of Poverty“ von Paul Polak. Der Autor beschreibt darin, wie kleine Ideen die Welt verbessern können. Das ließ den Mathematik- und Physiklehrer Aufmuth nicht mehr los.

Der Erlanger tüftelte jahrelang mit unterschiedlichen Materialien, sprach mit Optikern, informierte sich über die Arbeitsbedingungen in der dritten Welt. Sein Ziel: eine tragbare Brillenmanufaktur, mit der eigens geschulte Fachkräfte schnell und günstig einfache Brillen mit diversen Sehstärken ausstatten können, das alles ohne Strom und mit einem Brillenpreis unter 1 Euro, aber mit Verdienstmöglichkeit für den lokalen Brillenverkäufer.

Eine Hoffnung für 150 Millionen Menschen
Denn 150 Millionen Menschen weltweit können nicht lesen, nicht arbeiten, nicht für sich sorgen, nur weil sie nicht sehen können. Der Einkommensverlust liegt bei jährlich 120 Milliarden Euro - das entspricht der Menge der weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe. Erst diese Zahlen vermitteln die Dimension des Projekts, das in Erlangen sein Zentrum hat.

Von Erlangen in die ganze Welt
Dort hat sich das beschauliche Leben des Mathe- und Physiklehrers Aufmuth komplett verändert. Er führt einen Verein, hat starke Verbindungen nach Afrika aufgebaut, verhandelt mit den nationalen Regierungen, bildet in Zwei-Wochen-Lehrgängen seine Optiker aus, die seine Brillen mit einer transportablen Werkstatt vor Ort fertigen, für den sagenhaften Preis von 0,70 €, Sehtest inklusive. Sozusagen der Fielmann der dritten Welt.

Wer auf www.eindollarbrille.de erste Eindrücke sammelt, ist begeistert von dem Engagement, den Ideen und der Präsenz des Vereins, der jetzt dieses gewaltige Projekt in eine neue Umlaufbahn steuert. Nach einigen afrikanischen Ländern ist man in Nicaragua auch in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas vertreten, die grandiose Idee der Ein-Dollar-Brille ist nicht mehr aufzuhalten.

2010 hatte Aufmuth die technischen Probleme gelöst. Er entschied sich für ein Gestell aus Federstahldraht, das manuell gebogen wird. Die Linsen sind in abgestufter Dioptrienzahl aus Polykarbonat und werden in den Draht eingepasst. Weil alle Brillen von der Form gleich aussehen, werden sie mit zwei Zierperlen am Gestell zu einzigartigen individuellen Brille veredelt.

Die ersten Trainings fanden im Jahr 2012 in Uganda statt. In zwei Wochen lernen die Fahrradoptiker ihr Material kennen, beherrschen den notwendigen Sehtest und haben etliche Brillen nur zur Übung gefertigt, um die geforderte Qualität zu erreichen.

In 12 Minuten eine neue Brille
Eine Werkstatt kostet etwa 2.500 Euro, ist aber für die Optiker eine ganz eigene Existenz. Die Herstellung einer Brille braucht etwa 12 Minuten, dann können Kinder wieder lesen, Bauern wieder arbeiten, alte Leute ihr Dorf zum ersten Mal scharf und deutlich sehen.

Eine starke Idee
Der Sehtest, die Bauanleitung, sowie ein Powerpoint-Vortrag für Lehrer finden sich als instruktives Material auf der Website des Vereins. Gerade hat Aufmuth den Empowering People Award der Siemens Stiftung erhalten, ein Schritt mehr auf dem Weg, die Idee noch populärer zu machen, noch mehr Unterstützung zu gewinnen. Denn bekanntlich ist nichts so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

So sucht Aufmuth Förderer und Unterstützer, Länderpaten und Organisatoren, neue Vereinsmitglieder und Spender. Der kleinste Solidaritätsbeitrag, den wohl jeder leisten kann, ist ein Like-Click auf der Facebookseite von www.eindollarbrille.de.
 
bn_mehrpfeil_0.pngBildervortrag: wie die 1-Dollar-Brille in Uganda Einsatz findet

bn_mehrpfeil_0.pngZum Interview mit Martin Aufmuth, dem Erfinder der 1-Dollar-Brille

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