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Steyler Buch-Tipps

Buchvorstellung "Ehrliche Arbeit"

13. März 2012

Dr. Norbert Blüm schreibt in seinem aktuellen Buch gegen die Arroganz der Macht, gegen die Raffgier des Finanzkapitalismus, gegen die Ignoranz der Neureichen. Dabei entdeckt er die ehrliche Arbeit als Essenz für die Würde des Menschen.

Blüm - Ehrliche Arbeit und Reisbauer im Hintergrund

 

Opelianer und Gewerkschafter, Lehrling mit Brief und Philologe mit Doktorhut, Katholik und soziales Gewissen der CDU, Arbeits- und Sozialminister, Sicherheitskraft der Renten und Erfinder der Pflegeversicherung: Dr. Norbert Blüm hat soviel erlebt und gestaltet, dass es für eine Autobiographie reichen würde. Aber der bekennende Bonner arbeitet sich noch einmal an seinem Leib- und Magenthema ab, an der ehrlichen Arbeit.

Sein neues Buch ist ein barockes Meisterwerk, an seiner sprachlichen Opulenz erkennt man, dass Blüm ein Meister des Feilens ist, heute freilich feilt der gelernte Werkzeugmacher an der deutschen Sprache. Die bereichert er mit Bonmots und Kalauern, mit schrägen Bildern und polemischer Zuspitzung. Ob er Märchen erzählt (am liebsten das von des Kaisers neuen Kleidern), ob er die Fragen seiner Enkelin beantworten will, immer ringt Blüm um das Verstehen der Welt.

 

Scheinwelt in Männerhand

Und vieles kann er beim besten Willen nicht mehr verstehen: Warum kann man mit Geld mehr verdienen als mit Arbeit? Warum koppelt sich die Finanzwirtschaft zunehmend von der Realwirtschaft ab? Die Welt des Kapitals ist für Blüm eine Scheinwelt ganz in Männerhand. Sein Welt- und Menschenbild basiert so fest in der abendländischen Philosophie, dass einige Dutzend Geistesgrössen für sehr gut platzierte Zitate herhalten müssen. Die katholische Soziallehre verbindet er flugs mit dem kantschen Imperativ, widerlegt die Welterklärer Darwin und Marx und spricht dem homo oeconomicus seine Vorherrschaft ab, die das menschliche Streben auf die Schnäppchen-Jägerei im digitalen Imperialismus reduziert.

Malocher und Hofnarr

Blüm setzt auf beste Bildung und ehrliche Arbeit und das wirkt glaubhaft bei einem, der immer selbst ein Macher und Malocher war, auch wenn er in den späten Ministerjahren als Hofnarr des großen Helmut galt. Aber der Hofnarr ist hier derjenige, der den anderen den Spiegel vorhält, der ausspricht, was alle nicht wahrhaben wollen. Blüm muss heute auf niemanden mehr Rücksicht nehmen und das tut seinem 300-Seiten Werk so erfrischend gut, eine ehrliche Haut schreibt über ehrliche Arbeit. Von der Menge an Wissen und Fakten, von den oft ausufernden Beispielen und den zahlreichen Zitaten wird der Durchschnittsleser sicher mehrfach überfordert, fühlt sich aber in Grossvater Blüms Sturmreise durch die wirtschaftliche Gegenwart immer sicher an die Hand genommen.

Wer sich dann eine Denkpause wünscht, der bekommt sie in Form biographischer Notizen, die der Autor sehr menschelnd einstreut. Vom ersten Arbeitstag des kleinen Norbert bei Opel bis zum letzten Schnaufer seines Vaters nach einem erfüllten, arbeitsreichen Leben sind das Einsprengsel, die im Menschlich-Allzumenschlichen den Nachweis dafür liefern, dass wir eine menschliche Wirtschaft a la Blüm wirklich brauchen. Diese Zeitreise in Ludwig Erhards Ära mit starken Gewerkschaften, realen Löhnen und sicheren Renten, mit Eigentum in Arbeitnehmerhand und Partizipation am allgemeinen Wohlstand, das ist die Renaissance des Wirtschaftswunderlandes.

Attacke auf die Wirtschaftsbosse

Seinen Gegnern, amerikanischen Wirtschaftstheoretikern, phrasendreschenden Neoliberalen, aber auch den Geiz-ist-geil-Konsumenten in Deutschen Landen liest er mit lutherischer Sprachmacht die Leviten, namentlich die Breuers, Koppers, Ackermänner kriegen ihr Fett weg, haben sie doch eine Renditeerwartung in die Welt gesetzt, die kein Unternehmen der Realwirtschaft erzielen kann. Der Gerechtigkeitssinn, der tief verwurzelte Glaube und das Wissen um die richtige Lösung zeigen einen altersweisen Norbert Blüm, dem man seine Enttäuschungen nach dem Parteitag 2003 nicht mehr anhört. Vielleicht wird Norbert Blüm Gautama Buddha nicht nur körperlich immer ähnlicher.

Ganzer Einsatz für eine bessere Welt

Der Ex-Minister gibt den Rufer in der Wüste, den Nostalgiker einer Welt, die bewusste Verbraucher (keine Schnäppchenjäger), verantwortliche Produzenten (keine Internet-Nirwana-Anbieter) dienende Banken (keine Derivate-Zocker) in eine Idealwirtschaft ganz ohne Ausbeutungsgelüste projiziert. Ob das Menschenbild Blüms eine Chance hat in einer Zeit der Ackermänner und Maschmeyers, ob Solidarität und Subsidiarität die Prinzipien sind, die einem Turbokapitalismus Einhalt gebieten, bleibt zu bezweifeln, doch so viel ist klar: eine Welt, gestaltet und gebaut nach den Erfahrungen, Erkenntnissen und Entwürfen eines Norbert Blüm, wäre eine bessere Welt.


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Norbert Blüm, Ehrliche Arbeit; Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier.


319 Seiten, € 19,99

ISBN 978-3579067469
Gütersloher Verlagshaus

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